Mentale Gesundheit – so beeinflusst sie deine Finanzen

You are currently viewing Mentale Gesundheit – so beeinflusst sie deine Finanzen
Teile diesen Beitrag

DISCLAIMER: 

Ich bin keine Psychologin oder Psychotherapeutin. Ich berichte hier von meinen eigenen Erfahrungen und habe zusätzlich recherchiert. Die angegebenen Quellen halte ich nach Prüfung für vertrauenswürdig und die Zahlen für belastbar.

Wenn du gerade psychische Probleme hast und/oder ein einem Tief steckst, dann wende dich z.B. an die Telefonseelsorge

Du musst das nicht alleine durchmachen!

Ich weiß nicht, wie ich diesen Blogartikel beginnen soll. Soll ich darüber schreiben, dass ich in den letzten Wochen immer wieder beschissene Tiefs hatte, aus denen ich mich nur mit viel Mühe und Geduld mit mir selbst herausarbeiten konnte?

Oder soll ich dir erzählen, wie ich auf Instagram an einem miesen Tag gepostet habe, dass es mir nicht gut geht und die irrationale Angst hatte, mein Konto zu checken und noch nie so viele Menschen auf meine Story geantwortet haben.

Weil sie diese Angst kennen. Und das impulsive Geldausgeben. Das Trostshopping, wenn gerade alle blöd ist. Die Überforderung.

Ich könnte auch darüber schreiben, dass es mich stört, dass in der ganzen Personal Finance Bubble eine „wer will, der kann“ Stimmung herrscht. Aber Faktoren wie deine Herkunft oder eben deine gesundheitlichen Voraussetzungen nicht berücksichtigt werden. Obwohl sie große Auswirkungen darauf haben, ob und wie du Vermögen aufbauen kannst.

Geld und mentale Gesundheit sind eng miteinander verbunden

Mentale Probleme können es schwerer machen, die eigenen Finanzen zu managen. Gleichzeitig kann finanzieller Stress zu mentalen Problemen führen. Ein Teufelskreis also. Und deshalb müssen wir darüber reden.

So verändert sich dein Umgang mit Geld, wenn es dir mental nicht gut geht

In einer Studie des britischen Money and Mental Health Policy Institut gab ein sehr hoher Anteil der Befragten gab an, dass sich ihr Ausgabeverhalten und ihre Fähigkeit, finanzielle Entscheidungen zu treffen, in Zeiten schlechter psychischer Gesundheit verändern.

Kommt dir das bekannt vor?

    • In Tiefphasen gibst du mehr Geld als gewöhnlich aus. Du überziehst dein Budget regelmäßig.
    • Dir fällt es total schwer, dich überhaupt um deine Finanzen zu kümmern. Dir fehlt die Energie. Und die Zeit.
    • Mal eben ‘ne große Entscheidung treffen? Endlich einen ETF-Sparplan anlegen? Einen Kredit für das Haus aufnehmen? Fällt dir total schwer oder du schaffst es gar nicht erst, dir die nötigen Informationen dafür einzuholen.
    • Du öffnest Briefe nicht. Und Rechnungen bezahlst du aus Versehen nicht. Oder erst viel zu spät.

Damit bist du nicht allein! 93% der Befragten gaben an, in Stresszeiten zu viel Geld auszugeben. 92% kämpfen damit, überhaupt finanzielle Entscheidungen zu treffen.

(Finanzielle) Folgen

Klar, schlaflose Nächte, Sorgen und Ängste, vielleicht Panikattacken und Depressionen können nicht nur Ursache sondern auch Folgen von finanziellem Stress sein.
Aber vielleicht kennst du auch das:

Dir fehlt das Geld, um mit deinen Freund*innen in den Urlaub zu fahren oder mal wieder feiern zu gehen. Du fühlst dich einsam und ziehst dich immer mehr in dich selbst zurück (ist mir im Studium oft passiert).

Gleichzeitig schämst du dich, über deine Geldprobleme zu reden und verschließt dich immer mehr. Du hast das Gefühl, versagt zu haben.

Geld ist ein riesen Streitthema in jeder Beziehung und oft auch Trennungsgrund. Die Trennung wiederum kann auch finanzielle Folgen haben, wenn du dir zum Beispiel eine neue Wohnung suchen und/oder dein Leben wieder allein finanzieren musst.

Dein Konsumverhalten geht wahrscheinlich auch nicht spurlos an deinen Rücklagen vorbei. Vorausgesetzt, du konntest überhaupt welche bilden. Denn das fällt dir nicht nur wegen deinem Frustshopping schwer. Sondern auch, weil dir einfach die Energie fehlt, dich um deine Finanzen zu kümmern.

Fehlende finanzielle Möglichkeiten können auch bedeuten, dass du abhängig bist von z.B. eine*r Partner*in, die dich finanziell unterstützt. Das belastet nicht nur die Beziehung. Sondern auch dich in deiner Freiheit.

…und zwar nicht wenig! Zwar zahlen die Krankenkassen nach einer Überweisung eine Therapie. Aber einen Platz bei einem Kassenarzt muss man erst einmal bekommen. Und bis dahin bleiben oft nur private Praxen und die Selbstzahlung.

Ich weiß heute, dass ich viel früher mit einer Therapie hätte anfangen sollen. Aber meine Angst vor dem Stigma „mentale Probleme“ war zu hoch. Also kam für mich nur Selbstzahlung in Frage. Und ich habe immer den Schuldenabbau oder den nächsten Urlaub als höhere Priorität eingeordnet (Surprise! Ein Urlaub ist keine Therapie. Es ist nur Depression mit Meerblick), anstatt das Geld für Therapiestunden auszugeben.

Was ich mache, um meine Finanzen "krisensicher" zu machen

…erfährst du im nächsten Blogpost.

Bis dahin: Ich weiß, es ist hard. Ich weiß, die anderen sagen nur „Kopf hoch“ oder „mach doch mal nen Spaziergang“. Aber du weißt, was du brauchst.

Und ich hoffe, du weißt jetzt: du bist nicht alleine!

Teile diesen Beitrag