Was deine Werte mit deinem Umgang mit Geld zu tun haben

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Flo und ich führen eine ewige Debatte. Eine Debatte, die wir bis an unser Lebensende führen werden.

Flo liebt Autos. Mir könnten Autos nicht unwichtiger sein.

Für Flo gibt es nichts Schöneres und Entspannenderes, sich stundenlang die richtigen Teile im Internet für eine Reparatur oder Aufwertung seines Autos herauszusuchen und dann bei egal welchem Wetter in der Garage an seinem BMW zu schrauben. Im Anschluss wird er in liebevoller Handarbeit gewaschen und poliert. Wir bekommen wöchentlich Päckchen mit irgendwelchen Autoteilen.

Für mich muss ein Auto fahren können.

Ich habe zurzeit nicht einmal ein Auto. Als mein altes Auto nicht mehr durch den TÜV kam, habe ich mir kein neues mehr gekauft. Weil ich momentan schlichtweg keines benötige.

Ich verstehe absolut nicht, wie ein Gegenstand nach mir (so wird zumindest immer betont), die große Liebe ist. Er kann es null nachvollziehen, warum ich den nächsten Kratzer an meinem (alten) Auto nur mit einem Schulterzucken hingenommen habe.

Warum wir wegen dieses Themas trotzdem nicht in die Paartherapie müssen?

Weil wir beide vom Anderen genau wissen, dass die Frage Auto-ja-nein eine Frage der individuellen Werte ist.

Werte: Was ist mir wichtig im Leben?

Der Moment, in dem ich mich gefragt habe, was eigentlich meine Werte sind, war für mich (ohne Scheiß) lebensverändernd.

Die pure Erleuchtung. Der größte Shift in meinem Leben.

Denn hinter der Frage, was die eigenen Werte sind, stehen die Fragen

Was ist mir wichtig im Leben?

WIE will ich leben?

Was will ich erreichen?

Genauso gut kannst du dich auch fragen:

  • Wie will ich nicht leben?
  • Was ist mir nicht wichtig?

Ich betone hier mit Absicht ich. Denn natürlich bekommen wir aus dem Elternhaus Werte vermittelt, die wir ohne Überprüfung übernehmen. Doch irgendwann passen sie vielleicht nicht mehr zu uns. Wir sind den Werten des Elternhauses entwachsen, unsere eigenen Erfahrungen prägen unsere eigenen Werte.

Deine Werte und dein Geld

All diese Fragen bringen unweigerlich weitere nach sich:

Was kostet eigentlich das Leben, das ich führen will?

Was kosten meine Ziele?

Gebe ich mein Geld so aus, dass es auf meine Lebensplanung einzahlt?

Wir werden von der Gesellschaft so geprägt, dass wir bestimmte Dinge besitzen müssen. Ein großes, schnelles Auto (Hallo, Flo), ein Eigenheim, eine Tasche dieser Marke, ein IPhone Pro. You name it.

Oft hinterfragen wir deshalb nicht, wofür wir unser Geld ausgeben. Es wird halt einfach so gemacht. Häusle bauen gehört zum Status, ebenso der SUV in der Innenstadt.

Erinnerst du dich, dass ich oben geschrieben habe, dass die Benennung meiner Werte lebensverändernd war? Das war es auch deshalb, weil ich mich fragen musste, ob die Dinge, für die ich mein Geld ausgebe, auch wirklich meinen Werten entsprechen und auf meine Lebensplanung wörtlich einzahlen.

Mein Umgang mit Geld und mein Mindset hat sich dadurch nachhaltig verändert:

Dinge, die sich früher als Verzicht angefühlt haben, wenn ich sie nicht gekauft habe, waren plötzlich unwichtig. Weil sie nicht zu meinen Werten passten, wollte ich sie auch nicht mehr.

Geld war nicht mehr das Übel, mit dem ich mit beschäftigen musste, um in der Gesellschaft funktional zu sein. Sondern Geld wurde zu dem Tool, das es mir erlaubt, mein Leben aktiv und nach meinen Wünschen zu gestalten.

Deine Werte sind dein Guide für deine (finanziellen) Entscheidungen

Kleine und größere finanzielle Entscheidungen wurden plötzlich einfach.

Ich konnte klar unterscheiden, ob ich etwas wollte, weil es kurz- oder langfristig auf meine Werte einzahlt. Die Entscheidung, zum Beispiel viel Geld für ein Coaching auszugeben, fiel mir dadurch viel leichter. Weil es genau meinen Werten entsprach.

Aber auch, eben kein neues Auto zu kaufen, weil ich das Geld lieber für etwas ausgebe, was mir wichtig ist, war plötzlich einfach.

Auch in anderen Bereichen fallen mir jetzt Entscheidungen leichter. Und nicht nur das. Werden meine Werte verletzt, fällt es mir auch leichter, Grenzen zu ziehen. Sowohl finanziell, aber eben auch zwischenmenschlich. Und das ist etwas, was mir immer unglaublich schwerfiel.

Denn das, was meine Werte verletzt, wird zum No Go.

Eine letzte Erfahrung mit meinen Werten möchte ich dir noch mit auf den Weg geben, wenn du dich jetzt gleich auf die Suche nach deinen Werten machst.

Du wirst merken, dass dein Alltag insgesamt schöner, leichter, einfacher wird, wenn du deine Werte kennst. Weil du plötzlich auch in kleinen, vorher unbeachteten Momenten erkennst, dass du in genau diesem Moment deine Werte erfüllst. Und damit ganz in deiner Mitte stehst.

Und letztendlich wollen wir doch alle genau das.

Im Internet gibt es vielen Ressourcen, um die eigenen Werte zu identifizieren.

Begleitend kann ich dir noch Das Café am Rande der Welt von John Strelecky empfehlen.

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