11 Schritte deine Schulden abzubezahlen, egal wie viel Einkommen du hast*

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* Und wie du dabei dein Leben trotzdem genießt

OK,  ich gebe zu, das hier ist wahrscheinlich der längste Blogeintrag, den du je lesen wirst. Das hat aber auch seinen guten Grund: Mir ist es wichtig, dir hier eine Anleitung zu geben, mit der du auch wirklich arbeiten kannst. Und mit der du einige Dinge bedenkst, die dir den Schuldenabbau leichter machen können. 

Also füll dir die Teetasse noch einmal auf, off we go.

Kenne dein Warum für dein schuldenfreies Leben

Bevor du irgendwie anfängst, mit Zahlen zu jonglieren oder einen Plan zu erstellen, solltest du dir ganz genau überlegen, warum du deine Schulden abbezahlen willst. Nur so stellst du sicher, dass du auch über Monate (oder gar Jahre) motiviert genug bleibst.

Folgende Fragen können dir dabei helfen:

Wie sieht dein bestes, aufregendstes, glücklichstes Leben aus, das du dir vorstellen kannst?

Welche Dinge willst du unbedingt erreichen? Privat oder beruflich?

Welche Träume hast du?

Ohne dich zu kennen, kann ich mit ziemlicher Sicherheit sagen, dass deine Schulden zwischen dir und der Erfüllung deiner Wünsche liegen.

Visualisiere also deine Ziele, male, bastle, zeichne, irgendetwas, was dich daran immer wieder erinnert.

Egal was passiert, zahle deine Fixkosten zuerst

Deine Schulden abzubezahlen kann einige Monate bis mehrere Jahre dauern. Es ist deshalb wichtig, dass du zuerst deine Existenz absicherst. Das bedeutet, dass du zuerst sicherstellst, dass du deine Lebenshaltung bezahlen kannst. Miete, Versicherungen, Lebensmittel – das alles benötigst du, egal wie viele Schulden du abbezahlen musst.

Im Notfall kannst du es hinauszögern, deine Schulden abzubezahlen. Aber nicht deine Miete. Und neue Schulden aufzunehmen, um die Lebenshaltung zu finanzieren, ist auch keine Option.

(Basis)Notgroschen hat Vorrang!

Ich habe mir zuerst einen kleinen Notgroschen angespart, der meine Lebenshaltung in der Basisvariante 3 Monate abgesichert hätte. Ich hätte davon zumindest leben können, also meine Miete bezahlen und Lebensmittel kaufen können.

Warum ich dir empfehle, auch bei einem riesen Berg Schulden zuerst einen Notgroschen zu haben? Weil der Schuldenabbau auch so schon mental eine große Belastung ist. Zu wissen, dass du im Notfall reagieren kannst, ist eine riesen Erleichterung. Es gibt dir eine gewissen Gelassenheit und nimmt dir den Druck.

Abgesehen davon, dass du tatsächlich auch Geld zur Verfügung hast, wenn etwas passiert und du keine neuen Schulden machen musst.

Wie du ganz einfach einen Notgroschen aufbaust, findest du hier

Pay yourself first

Würde man mich fragen, welcher Grundsatz der wichtigste für deine finanzielle Bildung ist, würde ich sagen: Bezahle immer dich selbst zuerst!

Mit Pay yourself first ist gemeint, dass das Sparen für die eigenen langfristigen Bedürfnisse und das eigene Wohlbefinden Vorrang vor allen anderen Ausgaben hat. Du „bezahlst“ dein zukünftiges Ich, indem du für deine langfristigen Bedürfnisse und Ausgaben sparst.

 Wenn du dich selbst zuerst bezahlst, räumst du deinem langfristigen finanziellen Wohlergehen Priorität ein.

Wenn wir Schulden abbezahlen, machen wir genau das: Wir stellen unsere eigene finanzielle Zukunft in den Vordergrund.

Dahinter steckt auch eine wichtige Entscheidung für dich selbst: Du zahlst deine Schulden nicht nur ab, weil du es musst, sondern weil du eine andere (finanzielle) Zukunft für dich planst. Sich über die Möglichkeiten bewusst zu werden, die sich ergeben, wenn man schuldenfrei ist, ist der beste Motivationsbooster.

Byebye, rote Zahlen!

Workbook mit Vorlagen und Strategietipps, um ohne Stress deine Schulden abzubezahlen.

Time to face the truth

Jetzt kommt die Liste, vor der es dich wahrscheinlich schon etwas graut. Ging mir auch so. Aber es hilft nichts: nur wenn du weißt, wie viel du wem schuldest, kannst du auch zurückzahlen.

Also lege eine Tabelle an, in der du festhälst, wem du wie viel bis zu welchen Zeitpunkt schuldest.

Schneeball oder Lawinen?

Wenn du deine Schuldenliste hast, kannst du dich zwischen zwei Strategien entscheiden, wie du deine Schulden zurückzahlst.

Es gibt hier kein richtig und falsch. Du wählst einfach eine Methode und hälst dich daran. Das Thema Motivation darf man allerdings nicht unterbewerten, also solltest du genau abwägen, ob du auch bei ausbleibenden Erfolgserlebnissen ausreichend motiviert bist, weiterzumachen.

Entweder du nutzt das Schneeballsystem. Dabei liegt der Fokus auf der Gesamtsumme deiner Schulden. Du zahlst auf jede Schuld die Mindestsumme monatlich zurück. Extrazahlungen machst du jeweils auf die kleinste Summe.

Der Vorteil dieser Methode ist, dass du am Anfang schnell Erfolgserlebnisse hast, die dich zum Weitermachen motivieren. Es kann aber auch potenziell die Rückzahlung in die Länge ziehen, z.B. weil weiterhin Zinsen anfallen.

Bei der Lawinen-Methode liegt hingegen der Fokus auf der Schuld mit den höchsten Zinsen. Auch hier zahlst du natürlich die Mindestsumme auf jede Schuld, um Strafzahlungen zu verhindern. Jede Extrazahlung allerding geht auf die Summe, auf die du die höchsten Zinsen zahlst.

Diese Methode hat den Vorteil, dass du potenziell schneller deine gesamten Schulden und insgesamt weniger Zinsen abbezahlst. Erfolgserlebnisse können aber auf sich warten lassen, was deine Motivation beeinflussen könnte.   

Tracke deine monatlichen Rückzahlungen.

Egal ob in deinem Notizbuch, in einer Excel-Tabelle, in deinem Haushaltsbuch oder mit einem Schuldentracker: Mache dir jeden Monat deinen Fortschritt bewusst. Das gibt dir das Gefühl der Kontrolle und du weißt immer genau, wo du auf deiner schuldenfrei-Reise stehst.

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Stay motivated

Jaja, die liebe Motivation. Ich würde dir gerne sagen, dass alles a piece of cake ist. Aber das ist es nicht, zumindest nicht immer. Schnell kann der Eindruck entstehen, dass man sich nichts mehr leisten kann und dass das ganze nie ein Ende hat.

Hier zwei Strategien, die mir geholfen haben, motiviert zu bleiben:

Ich habe den Gürtel nie zu eng geschnallt. Dinge, die mir immer wichtig waren, habe ich auch weiterhin getan. Wie zum Beispiel nachhaltige Lebensmittel zu kaufen. Oder in den Urlaub zu fahren. Dafür habe ich auf Sachen verzichtet, die mir weniger wichtig waren.

Also ja, du kannst deine Schulden abbezahlen und trotzdem in den Urlaub fahren. Ich erlaube es dir hiermit. Wir wollen schließlich auch das Leben genießen. Du kannst auch gleichzeitig deine Schulden abbezahlen und investieren, aber das ist ein anderes Thema.

Ich habe mich für Fortschritte belohnt. Eine Schuldensumme war abbezahlt? Super, her mit der Belohnung. Die hatte ich vorher schon festgelegt und in mein Budget mit einkalkuliert.

Erfolge müssen einfach gefeiert werden, du hast das verdient.

Werde kreativ!

Ran an dein Budget und schau mal, wo du vielleicht noch sparen oder Geld verdienen kannst. Das fängt damit an, dass du dein eigenes Mittagessen mit ins Büro nimmst, um die 5,85€ in der Kantine zu sparen; dass du deine alten Klamotten im Internet verkaufst oder einfach mal deine Steuererklärung machst. Die Wahrscheinlichkeit ist nämlich hoch, dass du da sehr viel Geld zurückbekommst.

Werde sparsam

Es hilft nichts: Wer mehr Geld sparen will, muss sparsamer leben. Das heißt vor allem, Prioritäten zu setzen, für was du Geld ausgeben möchtest und für was nicht.

Was würdest du zum Beispiel sagen, wenn ich dir erzählen würde, dass du deine Lebensmittelkosten locker halbieren kannst, wenn du konsequent einen Meal Plan hast, nur mit Einkaufszettel (und vollem Magen) einkaufen gehst und es dir zum Ziel setzt, keine Lebensmittel mehr zu verschwenden?

Lass es dir nicht vermießen, das Leben

Last but not least: Ja, es ist deine Priorität, deine Schulden zurückzuzahlen. Aber es ist eben nur eine Priorität in deinem Leben. Du machst eine Rieseninvestition in dich selbst und du kannst stolz darauf sein, dass du dich dem stellst. Ich will dir aber auch sagen: So schwer dir das Ganze manchmal vorkommen mag, nimm es mit Leichtigkeit. Mach dir bewusst, welche anderen Dinge für dich wichtig sind und genieße sie ganz bewusst. Deine Schulden können nur dein Leben bestimmen, wenn du sie lässt.

Vielleicht wirfst du auch mal einen Blick auf dein Money Mindset?